Samstag, 29. Dezember 2012

Feuerrote BHs unter weißen Blusen: Unsichtbar oder sündig!?

Ich erinnere mich noch gut an den BH, den mir mein erster Freund schenkte, als ich 17 war: Das Modell  war von H&M - Ende der 90er noch eine der wenigen Möglichkeiten, in unserer kleinen Stadt einigermaßen preiswerte Dessous zu kaufen. Feuerrot-sündig, was wohl damals für einen 18-Jährigen jungen Mann der Inbegriff eines ‚sexy Dessous‘ war - irgendwie niedlich ;-)), aus satinartig-glänzendem Polyester-Obermaterial, mit stark gepaddeten Cups und als Clou ein eingenähtes Plastik-Luftkissen im Untercup, machte er, wie ich ohne Übertreibung sagen kann, wirklich ein Bomben-Dekolleté 

Wie mein Freund mir verriet, hatte er auf der Suche nach einem BH-Geschäft sogar eine Passantin auf der Fußgängerzone ansprechen müssen (wahrscheinlich so: „Sie da, Entschuldigung, wo kaufen Sie denn Ihre BHs?"), die nach dieser Frage entsetzt das Weite suchte und ihn als Lüstling beschimpfte.

Zuerst ein wenig pikiert (hatte ich so viel ‚Push-up‘ wirklich nötig??) trug ich den BH dann doch sehr lange und sehr gerne – das heißt, ‚lange‘ mit Bezug auf die vielen Jahre, die dieser BH hielt und mein Dekolleté in ungeahnte Höhen pushte und nicht ‚lange‘ am Tag, denn so ein Superbusen war vielleicht nicht ganz das richtige für einen normalen Schultag, sodass er eher am Wochenende zum Einsatz kam…
An genau diesen feuerroten BH wurde ich erinnert, als ich gestern in der aktuellen ‚myself‘ (Ausgabe Januar 2013) einen Tipp von Stylecoach Julia Zirpel las:  

Stimmt es, dass man jetzt rote BHs unter weißen Blusen trägt?

Antwort: Klingt kurios, aber BHs in Rosa oder - noch besser - in Knallrot sind unter weißen Blusen weniger sichtbar als weiße oder nudefarbene – es sei denn, es handelt sich um ein sehr transparentes Oberteil, klar.
 
 

Das habe ich natürlich gleich mal ausprobiert: roter BH, weiße maximila Bluse. Überraschung! Auch wenn man doch den BH etwas dunkler unter dem Shirt durchscheinen sieht, wirklich zu erkennen ist er nicht (anders als z.B. ein weißer BH).
Den Fotobeweis bleibe ich euch leider schuldig, denn ich muss gestehen, dass ich keinen wirklich passenden roten BH besitze. Mein rotes Modell ist noch aus der Zeit, als ich bei Triumph BHs kaufte und dachte, ich sei eine 75 E (ähem...). Und das Foto von mir in zu kleinem BH und weißer Bluse (obwohl es für unsere heutige Farbfrage nicht relevant ist) muss ich wirklich nicht unbedingt hier posten... ;-)
Natürlich habe ich diesen Tipp dann auch gleich mal gegoogelt (und mich dabei ein bisschen so gefühlt, als wohne ich hinterm Mond – wie konnte es sein, dass ich von diesem Farb-Effekt bisher nichts wusste!??)
Einige Userinnen im Busenfreundinnen-Forum scheinen diesen Trick zu kennen:
 
Eine Userin schreibt:

„Bei mir funktioniert rote Unterwäsche unter weißen T-shirts blendend.
Ich trage in der Arbeit weiß und am wenigsten stört da mein knallroter, ein rosaroter und einige elfenbein/offwhite Modelle.“
Und eine andere:
„Ich habe mal KNALLrot unter weiß getestet: es war gar nichts zu sehen. das lila, das ich hab, geht auch (Cleo Jude), aber die pinke Spitze strahlt durch“  
 
Jetzt würde mich natürlich interessieren, was ihr für Erfahrungen gemacht habt? Da ich im Büro sehr viel helle Blusen und bisher immer hautfarbene BHs darunter trage, bin ich da natürlich besonders aufgeschlossen. Ich finde die hautfarbenen BHs okay und finde, man sieht sie nicht wirklich, aber so richtig schön finde ich sie nicht und es würde mich nicht stören, die Einteilung von ‚Alltags-Büro-BH‘ und ‚schöner BH‘ ein wenig aufzulockern…
Obwohl – kann ich im Gespräch mit meinem Vorgesetzten dann überhaupt mein neutrales-seriöses Business-Gesicht aufrechterhalten, wenn ich unter der dezent-gestreiften Bluse einen sündig-roten BH trage??
maximila Bluse 'Victoria', Weiß
 
Fragen über Fragen J
Ich freue mich auf eure Meinungen und ermuntere euch gleich mal alle, an Silvester rote BHs zu tragen - denn das bringt ja nach einem alten Brauch in Spanien & Italien Glück fürs neue Jahr!

Liebe Grüße, nen guten Rutsch und
nur das Allerallerbeste für 2013 wünscht euch
Mocca

 

Mittwoch, 12. Dezember 2012

MÄNNER! Wie kommt ihr auf diesen Blog? Ein Erklärungsversuch

Es ist uns nicht unverborgen geblieben, dass auf diesen Blog auch der eine oder andere Mann geführt wird, z.B. durch Suchbegriffe wie: ‚prall gefüllte Bluse‘. Oder prall gefüllte Bluse‘. Oder auch mal ‚prall gefüllte Bluse‘. Manche suchen auch nach ‚prall gefüllte Bluse‘ und landen bei uns… ERNSTHAFT, deutsche Männer, was ist los mit diesem Suchbegriff!?!?? Und mit euch? Wieso googelt ihr den Begriff gefühlte 500.000 Mal am Tag (Google Analytics petzt) und kommt dann zu uns??

Ja gut, nicht wenige von uns hier haben wohl die Fähigkeit, eine Bluse obenherum ‚gut auszufüllen‘ – aber was ist das denn für ein Begriff? ‚Prall gefüllt‘!?! Woher kommt der? Mein Adventskalender soll vielleicht ‚prall gefüllt‘ sein mit guten Sachen und auch von meinem Autoreifen wünsche ich mir, dass er stets ‚prall gefüllt‘ ist, aber meine Bluse!?!? Ich kann hier nur eine großen Diskrepanz feststellen zwischen Innen- und Außenansicht von und auf Blusenträgerinnen… J Aber gut, wie sollt ihr euch auch vorstellen können, wie es ist, Brüste zu haben. Ich schweige.


Und noch während ich das hier schreibe, dämmert es mir, dass ich mir durch die inflationäre Wiedergabe dieses Begriffes wohl keinen Gefallen tue und wir in Zukunft mit diesem Suchbegriff wohl von Platz 2 (wie konnte das überhaupt so weit kommen?) auf Platz 1 im Google-Ranking steigen werden.
Da wechsele ich mal lieber zu einem anderen populären Suchbegriff für diesen Blog: ‚Dirndl Brüste‘ oder ‚Dirndl Möpse‘. Zur Oktoberfest-Zeit stieg dieser Begriff - wenig überraschend - für einige Zeit an Stelle 1 der Suchbegriffe, die Männer auf diesen Blog führten (diese sind von uns doch eindeutig von den weiblichen Suchbegriffen abzugrenzen).
Wunderbar. Man kann es sich bildlich vorstellen, wie Männlein um Männlein, nachdem der beschwerliche Weg von der Wiesn nach Hause torkelnderweise bewältigt worden war, eine Collage aus Dirndl-Dekolletés im Weißbier-vernebelten Hirn (dafür können sie ja nichts, das hat sich quasi einfach so ‚eingebrannt‘ wie das letzte Bild vor dem Tod auf der Netzhaut eines Kaninchens), mit letzter geistiger Schärfe zwei Begriffe in den Google-Suchschlitz eintippten (Schade, dass die Begriffe ‚Dirnwehl Brrpeuueste‘ und ‚Dirngdql Möprs‘ nicht auf diesen Blog führen, denn sicher wurden diese und Variationen davon doch auch nicht selten eingetippt!), die Ergebnisse der Suche noch einige Zeit selig begutachteten (hier muss ich mich aus mangelnder Empathie leider ausklinken und kann nur eine vage Idee dieses Vorgangs wiedergeben) oder auch gleich mit dem Kopf auf der Tastatur fielen, bis sie am nächsten Morgen von ihrer eigenen Fahne geweckt wurden.
Und damit bin ich auch schon beim drittpopulärsten Suchbegriff, der (wen - Männer? Frauen? Ich weiß es nicht, tippe aber irgendwie auf erstere) auf diesen Blog führt: 'Männer tragen BH.' Ich versuch’s mal mit… nein, dazu wollt ihr jetzt nicht ehrlich einen Erklärungsversuch von mir, oder?
Ich nehme an, ‚Shapewear für den Mann‘, also figurformende enge Oberteile, die einen Bauchansatz und eventuelle ‚Man Boobs‘ kaschieren sollen, sind nicht gemeint? Dann bin ich mit meinem ‚Einfühlungsvermögen‘ für heute am Ende angelangt. Man muss ja auch nicht alles verstehen.

Speak soon
Eure marisa
 
PS: Ihr fragt euch, warum wir hier nur die ersten 3 Suchbegriffe nennen? Vertraut uns. Man muss nicht alles wissen.

 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

maximila auf der eigenen Website bewerben und am Erfolg teilhaben!

Ihr Lieben,

betreibt ihr auch eine Website, einen Blog oder ein Forum für Frauen - oder mit Themen, die Frauen ansprechen?
Der Titel sagt eigentlich schon alles: Wir suchen immer nach SeitenbetreiberInnen, die gerne Affiliates von maximila - Deutschlands erstem busenfreundlichen Label - werden und so direkt an unserem Erfolg beteiligt sein möchten.

Es spielt dabei keine Rolle, ob ihr über Unterwäsche bloggt, Lippenstifte testet, Rezepte sammelt, eine Fanpage betreibt oder Origami-Faltanleitungen schreibt! :-)

Wie funktioniert das?
1. Online-Anmeldung
Zuerst meldest du dich einfach kostenlos und unverbindlich in einem unserer beiden Netzwerke TradeTracker oder ADCELL an und bewirbst dich für das Partnerprogramm von maximila.


2. Freischaltung
Nach Überprüfung deiner Website schalten wir dich für das maximila-Partnerprogramm frei.
 
3. Werbemittel einbauen
In beiden Netzwerken stehen dir verschiedene Werbemittel (z.B. Banner, Textlinks) zum Einbau auf deiner Website zur Verfügung. Sich dir die passenden Werbemittel aus und binde diese auf deiner Seite ein. Die Werbemittel sehen z.B. so aus: 

 
 Oder so:


 
4. Provision
Du verdienst an jeder Bestellung, die über ein Werbemittel auf deiner Seite generiert wurde. Für jede Bestellung, die über ein Werbemittel auf deiner Seite generiert wird, erhältst du eine Provision von 15 %.

Wenn Du Lust hast, dich zu bewerben, schicke einfach eine Mail an mail@maximila.de oder registriere dich direkt hier bei TradeTracker oder bei ADCELL.

 Ich schaue mir dann deine Seite an und beantworte deine Anfrage so schnell wie möglich.

Wir freuen uns auf eure Bewerbungen! :)
Marisa

Sonntag, 25. November 2012

Das Silikon-Klischee. Oder: Wieso ist ein großer Busen „billig“?

Kennt ihr schon die neue Kampagne des Onlineshops redcoon.de? Mit dem Slogan "So viel billig gab's noch nie" wirbt er seit Kurzem für seine Elektronikauswahl.

Klitzekleine Bikinis, viel orangene Solarium- (oder Spraytan)-Haut, aufgespritze Lippen, blonde Extensions und -  NATÜRLICH - Silikonbrüste sollen dem Zuschauer vermitteln: Billiger geht’s gar nicht. Und als Hauptdarstellerinnen wurden natürlich auch nur die "billigsten" Mädchen engagiert: Gina-Lisa Lohfink, Micaela Schäfer, Jordan Carver und die Gewinnerin eines Castings auf Bild.de, haben die zweifelhafte Ehre, mit ihrem laut-prolligem Image die Markenbekanntschaft des Unternehmens zu vergrößern.  


 
Ein gefundenes Fressen für die Medien: ‚Busen-Spots‘, ‚Sex sells‘, ‚Redcoon wirbt mit der Oberweite von Gina-Lisa Lohfink‘, liest man dort.
 
Da drängt sich doch die Frage auf: Wieso kleben die Begriffe ‚Busen‘ und ‚billig‘ eigentlich untrennbar zusammen wie ein alter Tesafilm auf Wollsocken? Wieso wird ein großer Busen immer gleichgesetzt mit ordinär, freizügig, obszön?
 
Irgendwie klar, dass der Ursprung hier im Image des Silikonbusens liegt. Einen Silikonbusen, so die landläufige Meinung, haben und wollen vor allem Plastikpuppen, Pop-(und Porno)stars und Frauen, die man nachmittags in Scripted Reality-Shows auf Pro 7 sieht.
 
Und dann benutzen viele den einfachen Dreisatz:


Es ist natürlich nur allzu menschlich, bestimmte Dinge im Kopf miteinander zu verknüpfen. Schwierig wird es aber, wenn dann durch diese Assoziationswolke die einfache Gleichung ‚großer Busen = billig & freizügig‘ entsteht und so allen Frauen mit großem Busen bestimmte ‚Absichten‘ unterstellt und Eigenschaften zugeschrieben werden:
 
Und die hören wir leider nur allzu oft:
 
„Guck mal, wie die ihren Busen wieder rausstreckt.“
 

„Die lässt doch extra den obersten Knopf an der Bluse offen, damit ihr alle in den Ausschnitt spannen.“
 

„Die Dinger springen einem ja fast ins Gesicht.“
 

„Mit so großen Brüsten sollte man sich aber dezenter kleiden.“
 

„Die Männer stehen doch nur noch auf große Brüste und Tussis. Ich werde als natürliche Frau ja gar nicht mehr wahrgenommen.“
 

„Na die legt es aber drauf an, mit diesem Ausschnitt.“

 
Kommen euch diese Sätze oder Teile davon bekannt vor?
Wir haben alle davon schon einmal original so gehört!

 
Ein kleiner Busen gilt als natürlich, dezent, bescheiden, stilvoll  - ein großer dagegen als unnatürlich (kann ja nur Silikon sein), prollig, laut, aufmerksamkeitsheischend, freizügig und anbiedernd.
 
Auch Maria Exner (marisa hat sie im letzten Post über die Oberweite in der Modewelt schon zitiert) schlägt in ihrer 'Hommage an den Mini-Busen' in die gleiche Kerbe:
 
„Eine üppige Brust ist eine Art Wahrnehmungsgarantie. (…) Auf diesen Effekt können Frauen mit kleinen Brüsten nicht setzen – und werden darum klug, witzig und kreativ.“
 
Und auch die Männer, die laut Autorin auf große Brüste stehen, sind alles andere als seriöse, ehrenwerte Leute, sondern vom Typ zwielichtiger ‚Proll‘:
 
„Dass Männer Frauen mit kleinen Brüsten weniger attraktiv finden, mag ja sein. Bloß, was für ein Typ Mann ist das eigentlich, dessen Zuneigung man mit ein paar Gramm Busen mehr gewinnt? Erfolglose Schmusesänger wie Peter André (Ehemann von Busenmodel Katie Price), prügelnde Rockstars wie Tommy Lee (Exmann von Pamela Anderson) oder eben Dieter Bohlen (der angeblich jeder neuen Freundin die gleiche Brust spendiert). Wer will schon deren Interesse wecken?“
 
Sofern einen das stört: Wie kann man sich als Frau mit großer Oberweite nun diesem Vorwurf entziehen? Eigentlich nur durch „super-dezente“ Kleidung. 

Dann kostet uns die Frage „Welches Oberteil lenkt heute im Meeting nicht alle Aufmerksamkeit auf meinen Busen“ morgens wertvolle Minuten (zusätzlich zu den statistischen 17 Minuten, die angeblich jede Frau täglich mit der Auswahl Ihrer Garderobe verbringt!). Und: Bestätigt man das Klischee dadurch nicht gerade? Indem man die Oberweite als etwas sieht, was versteckt, verhüllt, etc. werden muss, damit niemand daran ‚Anstoß‘ nimmt?
 
Ich sage: Wenn Gina-Lisa & Co ihre Brüste dazu benutzen, Aufmerksamkeit zu bekommen, ist das ihre persönliche Strategie. Großbrüstigen Frauen pauschal Geltungsdrang zuzuschreiben ist genauso blöd, wie kleinbrüstigen Frauen pauschal ‚Komplexe‘ oder ‚Busenneid‘ zu unterstellen.

Amen.
:)

Viele liebe Grüße von
Ina Li

 

Donnerstag, 8. November 2012

„Du sollst keinen Busen haben!“ Kurvenphobie in der Modewelt

Dienstag vor einer Woche. Wir sind im rappelvollen Filmkasino am Odeonsplatz, der Marketing-Club München lädt zur Verleihung des ‚Münchner Marketingpreises‘ an das Label Escada.

Sekt, Currywurst (man macht auf ‚hippes Berlin‘) und Elektrosounds verkürzen die Zeit bis zur Preisverleihung und als die Reden und Lobeshymnen verklungen sind, präsentieren 10 Models die aktuelle Herbst/Winter-Kollektion auf dem weißen Laufsteg.

Cool -  aber woran erinnert mich die Catwalk-Show nur?
 

 

Es ist der Satz „Du sollst keinen Busen haben“ aus einem gleichnamigen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der hier wieder passt wie die Faust aufs Auge und irgendwie stilprägend für die Modebranche geworden ist. Peter Bäldle schreibt:

„Schlichtweg perfekt sind Raf Simons' bleistiftschmale Anzüge für Jil Sander, denen der Belgier mit Skalpellschnitten Taschen einritzt. (…) Nur Busen sollte man nicht haben! Denn sie würden diese klaren Linien nur stören.“

 
Warum sind denn so viele Designer-Kleider nicht dafür gemacht, ein größeres als ein A-Körbchen zu beherbergen, geschweige denn, die Kurven von Frauen zu ‚zelebrieren‘? Und wieso machen so viele Designer ‚busenfeindliche‘ Mode?

Ich erinnere mich an einen Fernsehbeitrag über die Pariser Modewoche, in dem die Designer Talbot und Runhof  in einer Szene einen schieren Nervenzusammenbruch kriegen, weil eines der gecasteten Models ‚Busen‘ hat und deshalb „nichts mehr richtig“ sitzt und „unschön wackelt“. Durchsichtige Blusen in Weiß und Schwarz und Roben aus transparenter Spitze, unter denen die Models keinen BH tragen, sind das Kernstück ihrer Kollektion. Nur wer keinen Busen hat, darf ihn hier zeigen.

Hallo, wie haben hier News für euch: Menschen wie du & ich haben nicht nur verschiedene Kleidergrößen, sondern auch Busen! Und zwar oftmals mehr als Körbchengröße C – nämlich 23% der deutschen Frauen, laut Statistik.

 „Kleine Brüste machen alles mit, große wirken unmodern“, schreibt Maria Exner in ihrer ‘Hommage an den Mini-Busen’ in der 'Welt'. Und: „Die physische Präsenz eines großen Busens würde jedes Statement aus Schnitt und Stoff übertönen“.

Ist das nicht schade? Sollte, wenn überhaupt, ein Kleidungsstück nicht eher zusammen MIT der oder FÜR die Präsenz des weiblichen Körpers zu einem Statement werden?

Und weiter: „Nur eine Frau mit kleinem Busen (…) kann ihren Körper zur Leinwand einer ironischen Mode machen, wo vordringliche Brüste jede Feinsinnigkeit unmöglich machten.“

Der weibliche Körper als Leinwand? Kein Wunder, dass Frauen das Gefühl haben, ihr Körper wäre nicht ‚an sich‘/‘für sich‘ schön, sondern müsse in irgendeine vorgegebene ‚Form‘ gebracht werden. Schade, dass Frauen so auf das Niveau von Kleiderbügeln reduziert werden und kein Wunder, dass sich so viele von ihnen unzufrieden in ihrem Körper fühlen.  

Hier im maximila Blog sagen wir: Mode soll sich dem weiblichen Körper anpassen und nicht umgekehrt! Das ist unser Beitrag zu einem selbstbewussten, weniger defizit-orientierten Frauenbild.

*haut auf den Tisch* ;-)
 Marisa

 

 

Dienstag, 23. Oktober 2012

Die Übergröße. Oder: Ich bin aber gar nicht mollig!

Schon mal „Mode große Oberweite“ gegoogelt? Mit großer Wahrscheinlichkeit schon, denn sonst wärt ihr wohl nicht hier und würdet euch für den wunderbar weiblich Blog interessieren :-)  

Aber habt ihr euch mal aufmerksam die Google-Anzeigen zu „Mode große Oberweite“ angeschaut?
  • Designermode für Mollige I simplybe.de
    Junge Mode in Größen von 42 bis 60.


  • Große Mode I ullapopken.de
    Frische Trends in großen Größen.


  • Mode für Dickliche I navabi.de
    Chice Damenkleidung versandkostenfrei bestellen.  

  • Mode Große Größe I meyer-mode.dePerfekte Passform bis Größe 66!


  • Mode Große  - günstig I neckermann.de/Mode-XXLAttraktive Mode in großen Größen.


  • Klingel Maxi-Mode I klingel.deDamen- & Herrenmode in xxl




„Mode für Dickliche“ hat mich ja noch echt amüsiert (wer hat das denn getextet???), aber der Rest ist doch zum Verzweifeln, oder? Da draußen scheint noch (fast) keiner bemerkt zu haben,  dass eine große Oberweite auch bei Kleidergrößen unter 66 vorkommt! Und ich habe in meiner Liste außer maximila nichts weggelassen oder hinzugefügt, ehrlich!

Natürlich weiß ich, dass eine große Oberweite nur äußerst selten bei Frauen mit Size 0 vorkommt, und natürlich weiß ich, dass auch Frauen mit Größe 50 (bestimmt auch mit Größe 66) eine größere Brust haben können. Aber ich alleine kenne dutzende Frauen, die in keiner noch so strengen Tabelle als unter- oder übergewichtig gelten würden, sich in ihrem Körper pudelwohl fühlen, denen jeder Arzt hervorragende Gesundheit und das perfekte Gewicht bescheinigen würde, und die trotzdem einen großen Busen haben! Aber die Menschheit scheint immer noch an die Formel „große Oberweite = übergewichtige Frau“ zu glauben.
Auch beim Stöbern in Foren fällt immer wieder auf, dass die Antwort auf die zahlreichen Fragen à la „Hilfe, ich brauche eine Bluse, die obenrum nicht spannt“ eigentlich immer lautet:  „Gib mal ‚Übergrößen‘ bei Google ein, es gibt ganz viele Shops, die große Größen anbieten.“
Sieht so aus, als ob wir Kurvenfrauen noch ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten müssen! Oder alternativ ein wenig zunehmen, damit wir „Mode für Dickliche“ tragen können. J
Na gut, so abwegig ist der Gedanke gar nicht. Denn wenn  ich eine Bluse in Standardgröße trage, die mir obenrum passt, dann sehe ich auch eher *dicklich* aus...
Und mit diesen Gedanken verabschiedet sich heute
Eure Ina Li

 

 

Freitag, 7. September 2012

Die Top-10-Stylingtipps für Frauen mit großem Busen

Es ist ja nicht so einfach mit dem großen Busen... Richtig verpackt: HOT. In unförmige 'Säcke' gehüllt und versteckt: NOT. Wie kann es sein, dass uns 1 Körperteil einen Strich durchs ganze Styling machen kann, wenn wir ihm nicht die richtige Aufmerksamkeit zukommen lassen und bei der Outfitwahl übergehen? Je nach Styling kann eine üppige Oberweite entweder eine atemberaubende Femme Fatale aus uns machen, oder zur 'Problemzone' werden und die Figur unförmig wirken lassen...

Nachdem wir jetzt schon so viele ‚dämliche Stylingtipps‘ gefunden haben (danke Mocca & Ina Li!), finden wir, es ist mal an der Zeit für einen konstruktiven Beitrag: gute, erprobte Stylingtipps. Wir haben uns dafür an unsere maximila Design-Leitlinie gehalten und uns bei Freundinnen, Kundinnen und bei unseren Passform-  und Fotomodels nach ihren Empfehlungen erkundigt.   
Voilà, hier sind sie, von uns für euch zusammengestellt, unsere zehn Stylingregeln für Kurvenfrauen:
Grundsatz: „Kurven werden definiert, statt unter weiten Formen versteckt.“

1. Tragt einen guten BH
Wenn die Brust zu wenig gestützt wird und tief sitzt, wirken euer Brustkorb und somit auch eure Taille breiter, als sie sind. Ein gutsitzender, hochwertiger BH ist deshalb ein absolutes Must-Have und die Grundlage eines schönen Outfits.
2. Betont eure Taille
Prinzipiell gilt: Weite Oberteile und kastenförmige Jacken lassen Frauen mit viel Oberweite unförmig wirken. Ideal ist alles, was körpernah sitzt und die Taille betont, zum Beispiel Kleider mit Passe oder Outfits mit Gürtel.


                                                  Quelle: www.dailymail.co.uk









3. Setzt auf Länge
Eingesteckte und sehr kurze Oberteile sind ungünstig für Frauen mit viel Oberweite, denn sie verkürzen den Oberkörper optisch.
                                        Quelle: www.celebuzz.com www.alothmanblog.com

4. Seid vorsichtig bei Mustern
Großflächige Muster und auftragende Materialien (z.B. Grobstrick) geben zusätzliches Volumen. Feine Raffungen dagegen lassen die Brust kleiner erscheinen, da sie die Fläche optisch durchbrechen.



Quelle: www.justjared.com

(Wir finden ja: Christina Hendricks kann (fast) nichts entstellen! Trotzdem gefällt sie uns weniger 'gemustert' besser...)









5. Findet 'busenfreundliche' Schnitte
Blusen z.B. sollten an der Brust großzügig geschnitten sein. Perfekt ist die so genannte 'Wiener Naht', die in einem Bogen über die Brust bis zum Saum der Bluse führt. Ein Knopf an der stärksten Stelle der Brust verhindert klaffende 'Löcher'.
 

                                                 rechts'busenfreundliche' Bluse 'Victoria' (maximila)








6. Zeigt euer Dekolleté
Ausschnitte sind schön, um das Dekolleté zu betonen. Sie sollten allerdings nicht zu tief sein, sondern am Brustansatz aufhören. V-Ausschnitte verlängern den Hals optosch und strecken euren Oberkörper. Auch Rundhals-, Carré- und herzförmige Ausschnitte schmeicheln kurvigen Figuren.








7. Wählt passende Ketten
Sehr feine Ketten verschwinden fast neben einer großen Oberweite. Besser sind solide, breite Ketten aus mehreren Teilen, die unterhalb des Schlüsselbeins aufhören. Auf sehr lange Ketten am besten verzichten, denn sie 'baumeln' von der stärksten Stelle der Brust an herab.  








8. Achtet auf die richtige Ärmellänge
Unser Schummel-Tipp: Ärmel sollten nie auf Brusthöhe enden. Längere oder kürzere Ärmel sind vorteilhafter. Auf Fledermaus- oder Kimono-Ärmel solltet ihr verzichten, sie lassen den Oberkörper zu wuchtig wirken.
 






9. Setzt Akzente
Betonte Schultern, zum Beispiel durch Puffärmel oder andere Verzierungen, können die Aufmerksamkeit von der Oberweite weglenken und lassen sie weniger dominant wirken.


 
10. Ignoriert (manche) Trends







Nicht jeder Fashion-Trend ist auch für Frauen mit großem Busen geeignet. Kastenjäckchen, Boyfriend-Hemden, Highwaist-Jeans und Maxikleider verstoßen gegen mindestens eine der genannten Regeln und sind deshalb für Frauen mit größerer Brust nicht wirklich geeignet.
Was sagt ihr dazu? Fallen euch noch weitere Dos & Don’ts ein, oder habt ihr einige der Regeln schon ausprobiert? Kennt ihr noch mehr Fashion-Trends, von denen Kurvenfrauen eher die Finger lassen sollten? Wir freuen uns auf euer Feedback!
Marisa
maximila-Team



Dienstag, 31. Juli 2012

Das „locker geschnittene Modell“. Oder: Dämliche Stylingtipps Teil II

Neulich, beim Tierarzt. Mocca liest die Aprilausgabe der InStyle.

(Jaaa, richtig gelesen. Aprilausgabe. Die schien mir noch unterhaltsamer als das Kundenmagazin von 'Fressnapf' oder die Infobroschüre zur "behutsamen Katzenentwurmung", öhem...)

Blumenhosen, Pastell, Mustermix waren wohl im April die neuen Themen. Sehr schön.

Und dann das! Die von mir sonst durchaus geschätzte InStyle entlarvt sich in Sachen 'Busen' als Greenhorn.

Ich muss schlucken, als ich folgendes lese:

1. Streich

Ein an sich wirklich gut gemachter Beitrag auf Seite 59: Wie stylt man blaue Hemdblusen? Abendlich mit schwarzen Röcken, weiß die InStyle und mir gefällt die Kombi! Ich scanne wohlwollend die einzelnen Stylingvorschläge mit schwarzen (Pencil)Röcken, mal mit, mal ohne Glitzer. Bis ich dieses Interview mit Frau Esser, Zentraleinkäuferin bei Peek & Cloppenburg lese. Ich zitiere:

Ihr Tipp für Frauen mit großer Oberweite?
Ein locker geschnittenes Modell oder eine Nummer größer kaufen, damit die Knöpfe nicht spannen.

Wahnsinnig kreativer Tipp…  Liebe Frau Esser, haben Sie schon mal eine Frau mit großer Oberweite gesehen, die eine locker geschnittene, möglichst noch völlig untaillierte Bluse trägt, und das dann noch in zwei Nummern größer, damit sie überhaupt zugeht? Offensichtlich nicht, denn sonst wären Sie auf so eine Idee nicht gekommen. Eine Frau mit großer Oberweite sieht darin aus wie ein wandelndes Zelt!
Okay, denke ich, Frau Esser muss natürlich für ihren Arbeitgeber sprechen, und der hat bekanntlich (noch) keine busenfreundliche Mode im Sortiment, und deshalb auch keine echten Antworten parat.

Bemerkenswert aber von der InStyle-Redaktion, diese kleine, fiese Frage trotzdem zu stellen, oder?










 

2. Streich

Ein paar Seiten weiter stolpere ich dann wieder über das gleiche Thema. Die InStyle stellt acht verschiedene schwarze Kleider vor, die einen trotz Figurproblemen gut aussehen lassen. Und in einem Atemzug mit den Todsünden „Eiscreme-Bäuchlein“ und „feste Schenkel“ wird das Grauen jeder Figur genannt „Cupgröße Doppel-D?“. (Aaaaaaah, der Horror! Doppel-D! Dass es überhaupt Frauen gibt, die sich damit aus dem Haus trauen! )

Gottseidank hat die InStyle auch hierfür einen Tipp parat, der lautet „Ein Kleid mit tiefem V-Ausschnitt bringt ein schönes Dekolleté ideal zu Geltung.“ Ist jetzt persönlich nicht ganz so mein Fall, auch noch mit einem (richtig) tiefen Ausschnitt auf meinen Busen hinzuweisen, aber falsch ist der Tipp sicher nicht und ein V-Ausschnitt an sich nicht schlecht.




Aber jetzt haltet euch fest und schaut euch das Bild dazu an. Ich habe die betreffende Stelle extra mal markiert. Denn sonst würde man den Busen wohl nicht finden!!!
Klar ist es billiger, für eine Fotostrecke nur ein Model (mit Modelmaßen) zu buchen, aber wäre es nicht schön gewesen, wenn man tatsächlich Frauen mit unterschiedlichen Figuren gesehen hätte?
Zum Heulen? Zum Weiterblättern!!!

 

3. Streich

Ein paar Seiten weiter dann der erste Lichtblick. Ich zitiere wieder:

Vorurteil: Überflüssige Pfunde kaschiert man am besten, indem man ein Zelt trägt. Falsch! Je weiter die Kleidung, desto voluminöser wirkt Ihre gesamte Erscheinung. Besser: Kurven sanft überspielen, leichte Taillierungen tragen.

Na also, geht doch! Da hat jemand nachgedacht. Ich würde meine Oberweite jetzt nicht direkt als „überflüssige Pfunde“ bezeichnen, aber der Tipp bezieht sich ja auch nicht nur auf die Oberweite.








4. Streich




Am Ende ist es aber ein Mann, der mir aus der Seele spricht, der deutsche Modemacher Steffen Schraut. Dass die Bildredaktion nicht genau gelesen hat, was er gesagt hat, ist ja nicht seine Schuld J (oder wie erklärt ihr euch den Stylingvorschlag daneben?). Danke, Steffen Schraut!

„Frauen mit weiblichen Rundungen empfehle ich leichte, fließende Materialien, die den Körper umschmeicheln, und raffinierte Drucke. Kurven sollten nicht negiert, sondern selbstbewusst gezeigt werden.
Kaufen: V-Ausschnitte sind bei großem Busen vorteilhaft, nichts Hochgeschlossenes tragen. Regel: wenn oben weit, dann unten eng! Bleistiftröcke mit Stretchanteil modellieren eine sexy Figur.
Vermeiden: Weite Kleidung macht nicht schlank, sondern trägt auf. Besser: gerade oder taillierte Schnitte wählen.
Und die Moral von der Geschicht? Dämliche Stylingtipps ignorieren und stattdessen zu Figur umschmeichelnden, schmalen, taillierten Teilen greifen! Kurven modellieren, statt verhüllen!
Und um meinen Frieden mit der InStyle wieder zu finden: Ich bin nach Beendigung meiner Lektüre nachhaltig beeindruckt, dass die InStyle das Thema „Gut gestylt mit großer Oberweite“ entdeckt hat, und wir Kurvenfrauen aus der Freak-Ecke geholt werden! Vielleicht der Anfang einer großen Liebe? Wir dürfen gespannt sein…
Freue mich - wie immer - auf eure Meinungen!
Liebe Grüße von
Mocca

Quelle

Alle Bilder: InStyle Ausgabe April 2012