Sonntag, 18. Dezember 2011

Die Bluse. Oder: Hallo Herr Personalchef

Oh Freude… maximila hat jetzt klassische Blusen im Sortiment! Aus diesem Anlass und mit der Gelassenheit einer Frau, die nun 6 verschiedenfarbige, perfekt-sitzende Blusen ihr Eigen nennt und Spazieren trägt, möchte ich mich mal an schlechtere Zeiten zurück erinnern (Passt ja auch so schön zum Jahresende, das Erinnern…).

°°°Die Bluse – in ancient times. Kurzgeschichte in vier Akten°°°
1. Akt: Ich
…bilde mir ein, von Männern längst gelernt zu haben, wie ich im Job meine natürliche Autorität geschickt mit Äußerlichkeiten unterstreichen kann.  Fast täglich greife ich zum dunklen Hosenanzug mit Schulterpolstern, mein Büro-Parfum ist Unisex, mein Bob wird ziemlich akkurat fixiert. Meine Schuhe sind poliert und auf meine schlichte, lederne Aktentasche bin ich auch ziemlich stolz, weil sie so ‚männlich‘ ist. Mein dunkles Geschäftsauto hat Ledersitze und 180 PS, ist waschanlagen-gepflegt. (Angeberin! Ich weiß…) Wenn ich aus ihm aus- und einsteige, bekomme ich unwillkürlich einen geschäftigen Blick.  

2. Akt: Die Bluse
Das ist jetzt sicher Geschmackssache, aber: niemals würde ich diesen hart-erarbeiteten seriösen Look durch ein sanft fließendes, roséfarbenes Top unter dem Blazer zerstören! Stattdessen befreie ich fast jeden Morgen (fast, denn manchmal sage ich mir: Die wichtigste Frau unseres Landes trägt nie Blusen unter dem Blazer und hat doch ganz schön viel Autorität – wieso ich?) eine neue Bluse aus dem flatterigen Plastik-Sack der Reinigung und … tja… jetzt beginnt für uns Frauen mit Busen die Strapaze: Jede Hand greift eine Seite der Bluse, ich ziehe beide Seiten kräftig nach vorne, zwinge die Knöpfe trotz Gegenwehr durch die Knopflöcher, lasse die Knopfleiste dann zurück auf den Busen schnalzen und beobachte anschließend den ganzen Tag über, wie die Dehnungsfalten seitlich der Knopfleiste von Stunde zu Stunde tiefer werden, die Knopflöcher unter der Last zu ächzen scheinen - und mein Unterhemd aus fein gekämmter Baumwolle sichtbarer wird!
                                    
                                            Kommt euch dieses Bild bekannt vor? :)


3. Akt: Die Bluse + ich 
Zusammen geht das in der Regel gut. Und zwar genau so lange, wie ich in meinem gepflegten Einzelbüro mit gepflegter Zimmerpflanze auf meinem gepflegten Lederstuhl sitze und nichts tue. Der erste Knopf springt aber garantiert irgendwann auf. Und zwar mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit dann, wenn ich - mit dynamisch-sicheren Schritten, denn ich bin ja kein Mäuschen! - den endlosen Gang auf der Chefetage entlanglaufe. Meine Haltung wird sofort noch etwas aufrechter (Schaut euch mal die Dame an, die hier links neben den Blogposts stolziert). Ich fühle mich gut. Plötzlich ein befreiendes Gefühl um die Brust. Dann bemerke ich den offen stehenden Knopf. Und noch bevor ich meine Unterlagen unter den Arm geklemmt habe, um den Knopf wieder mit zwei Händen schließen zu können, steht er vor mir:

4. Akt: Der Chef
Äääääh, hallo Herr Personalchef, wie schön, Sie zu sehen!
Hört sich an wie eine Übertreibung? Ist es aber nicht…
Ist mir wirklich
schon zweimal passiert :-/
Euch auch? Kennt ihr  solche B(l)usenpannen im Büro?

Nächstes Mal berichte ich euch übrigens von meinem ersten Bürotag in maximila-Bluse…

Donnerstag, 24. November 2011

Die Kette. Oder: Dämliche Stylingtipps Teil I

Wenn Redakteurinnen, die vermutlich selbst eine durchschnittliche 75B tragen, wohlgemeinte
Ratschläge verfassen oder der Meinung sind, dass nur dicke Frauen auch dicke Brüste haben, dann geht das meistens schief. Oder wie sonst lässt es sich erklären, dass in einschlägigen Fashion- und Lifestyle-Magazinen immer wieder der gute Tipp auftaucht, eine große Oberweite lasse sich mit einer langen Kette 'kaschieren'? Die ‚Amica‘-Styleredakteurin rät Frauen mit viel Busen zu „langen Y-Ketten, um das Dekolleté zu betonen“, ‚Jolie‘ empfiehlt „lange Ketten, die optisch strecken“ (egal, worum es geht - das Wort ‚strecken‘ ist einfach immer ein Erfolgsgarant!).

Hat da draußen schon mal jemand mit großer Oberweite eine lange Kette getragen? Eigentlich ist es ja gar nicht so schwer, sich den Effekt vorzustellen, aber ich will den Redakteurinnen gerne auf die Sprünge helfen:

Also, die Kette liegt am Dekolleté hervorragend auf, teilt die große Fläche optisch vorbildlich, und lenkt damit von der großen Oberweite ab. Allerdings nur bis zur Mitte des Busens. Dann nämlich schmiegt sich die Kette erstaunlicherweise nicht dem Körper entlang zurück bis zum schlanken Bauch, sondern sie hängt von der stärksten Stelle der Brust an herab. Und dokumentiert damit eindrucksvoll, um wieviele cm sich Taillen- und Brustumfang unterscheiden! Vielleicht hilft der Vorstellungskraft ein Blick auf die kurvige Kim Kardashian (Mitte) - und der Vergleich mit der etwas schmalbrüstigeren Vanessa Hudgens (links) oder Halle Berry (rechts):


Aber nicht nur das. Der hängende Teil der Kette entwickelt bei der kleinsten Bewegung nämlich ein sehr dynamisches Eigenleben. Er pendelt, schlägt klirrend oder scheppernd gegen den Bauch seiner Trägerin … und das nervt!

Liebe Redakteurinnen, tut uns den Gefallen und schmeißt euer Weltbild über den Haufen. Und schreibt nicht einfach ab, was ihr bei anderen lest – sondern testet bitte eure Ratschläge! Frauen mit großen Brüsten sollten meiner Meinung nach Ketten tragen, die maximal bis zur Mitte der Brust gehen. Gerne groß und auffällig, damit sie sich nicht im Dekolleté verlieren (eine zarte Perle an einem silbernen Kettchen zwischen zwei großen Brüsten, das geht schief, kann ich Euch sagen! Sie verschwindet einfach im Dekolleté!). Hängt die langen Ketten bitte gerne den Frauen mit knabenhaften Figuren um, die ihr in euren Magazinen ja ohnehin hauptsächlich abbildet - für uns Kurvenfrauen hat es sich ausgependelt! :-)

Kennt ihr auch wohlgemeinte ‚Stylingtipps‘, die sich – für eure Figur -
als vollkommen schwachsinnig oder impraktikabel herausgestellt haben?
Freue mich auf eure Meinungen!

Ina Li





Fotos:
www.sweetfuzz.com
www.funkyjewelry.org
www.eonline.com


Donnerstag, 17. November 2011

In der Pubertät explodierte mein Körper

Heute mag ich meine Rundungen, aber bis dahin war es ein langer Weg...

Als Mädchen gehörte ich immer zu den Mädchen, die eher burschikos waren. Ich ketterte z.B. gern auf Bäumen herum und verbrachte viel Zeit draußen mit meinen Freundinnen beim Skateboard fahren und Inlinern.


Doch plötzlich explodierte mein Körper - ich war in der Pubertät. Mit meinem Busen, der meines Erachtens überhaupt nicht zu mir passte, kam ich nur schwer klar. Ich erinnere mich noch, wie ich mit meiner Mutter das erste Mal einen BH kaufen ging. Die BH Nummern wuchsen von BH zu BH und ich war schlicht schockiert, als ich bei 75 E angelangt war (inzwischen trage ich 75 FF). Lange Zeit versuchte ich, meinen Busen zu kaschieren.

Das liebste Kleidungsstück war ein viel zu großer Pullover meines Vaters. Enge Kleidungsstücke vermied ich wie die Pest. Denn mit den Reaktionen der Jungs kam ich nicht klar, das Starren, die Kommentare. Ich schämte mich dafür, als ob ich etwas falsch gemacht hätte. Ich war so geschickt, das Weibliche an mir zu negieren, dass mich Jahre später ein Schulkamerad ansprach und zu mir meinte: Ich dachte Du bist lesbisch.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Seid Ihr damals mit der Veränderung eures Körpers klar gekommen?

Foto:
cyberspoon, "Katze unterm Arm", Quelle: www.piqs.de


Sonntag, 13. November 2011

Teenies. Oder: Halbstarke (Busen-)Sprücheklopfer

Der Volksmund sagt: Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit.

Ina Li sagt euch: Betrunkene fast-nicht-mehr-Kinder sagen sogar noch viel unverhohlener und dreister die Wahrheit!

Aber von Anfang…

Schon als Jugendliche war ich mir durchaus der Tatsache bewusst, dass mein Busen eher groß als klein ist. Aber der Körper veränderte sich in diesem Alter noch so schnell, dass ich mich selbst überhaupt nicht einordnen konnte. Zumal damals Bustiers ganz groß in Mode waren, und in die ließen sich kleine wie große Brüste reinquetschen. In Körbchengröße-Kategorien dachte ich also noch lange nicht.

Das änderte sich an dem Tag, als mir mein erster Freund kichernd erzählte, was ihn ein Klassenkamerad gefragt hatte. „Isch dei Freindin die mit de große Schläuch“? Und jetzt nochmal für Nicht-Schwaben: „Ist deine Freundin die mit den großen Schläuchen?“

Klingt auf Hochdeutsch auch nicht besser. Große Schläuche!!! Kann man sich eine schlimmere Beschreibung für einen unschuldigen Teenager-Busen vorstellen? Der Klassenkamerad hieß mit Nachnamen übrigens Stumm – zu schade, dass sein Name nicht Programm war...

Tja, seit diesem Tag weiß ich es jedenfalls: Meine Oberweite ist was Besonderes. Und ich kann total verstehen, dass das die halbstarken Sprücheklopfer schon damals fasziniert hat. Aber die ‚Schläuche‘, die verbitt ich mir - damals wie heute! :)

Freitag, 4. November 2011

Kalte Güsse. Oder: Halbwissen im TV

Dienstagmittag, kurz nach 14:00, im Süden Deutschlands ist heute Feiertag und alles ist ruhig. Um die 15 min Wartezeit auf meine Feiertags-Fertigpizza zu überbrücken, schalte ich den Fernseher an und lande ‚Mitten im Leben‘ auf RTL, einer „Doku-Soap“ (mehr dazu später…).

Die 32-jährige Anja, Hausfrau und Mutter aus Flensburg, „wünscht sich einen neuen Mann und Ersatzpapa für ihre Kinder“. Fühlt sich aber schrecklich unattraktiv, weil, ja weil: sie soooo einen „enormen Brustumfang“ hat. Den hat sie wirklich, und noch größer wirkt ihr Busen leider, weil sie den völlig falschen BH trägt, nämlich Größe „XL“ statt 80HH, wie wir später erfahren. Gefundenes Fressen für RTL: Die Kamera filmt genüsslich, wie ihr Busen unter Wasser bei der Aquagymnastik auf und ab wippt. Zelebriert, wie sie ihren schlecht sitzenden BH anzieht und es an allen Seiten rausquillt. Und sie besucht einen Home Shopping Sender, wo sie einen formenden Body aufgeschwatzt bekommt, sodass sie „keinen BH mehr tragen muss“ (Ihr könnt Euch vorstellen, dass der Body einen BH niemals ersetzen kann, alles hängt weiterhin, aber die vermutlich zu RTL gehörende Formwäsche-Marke wurde wenigstens schamlos und gewinnbringend platziert – Das ist es wohl, was zählt).

Anja will jedenfalls eine Brustverkleinerung. Vorher aber braucht sie Fotos für eine Online-Singlebörse, und dazu lässt sie sich bei der Kosmetikerin hübsch machen. Sie fragt die Kosmetikerin (Warum jetzt genau die Kosmetikerin? Das erfährt man nicht.), was man denn so machen könne, um „die große Oberweite, äääh, eben, dass es nicht so auffällt“.

Und jetzt haltet Euch fest, die Kosmetikerin empfiehlt: „kalte Güsse über den Busen, das strafft alles ein bisschen“. Aaaaaaah, da wird einem doch schlecht. Da wird hunderttausenden Zuschauern empfohlen, statt einen richtigen BH zu kaufen, lieber ein paar kalte Güsse über den Busen laufen zu lassen!

Ja, ja, ich weiß, ‚Mitten im Leben‘ ist Scripted Reality, also eine Pseudo-Doku-Soap, in der Laienschauspieler frei erfundene Handlungen spielen und frei erfundene Sätze sagen. Aber muss man so einer Kosmetik-Laienschauspielerin denn dann so einen Blödsinn ins Drehbuch schreiben?

PS: Ende gut, alles gut. Anjas Date aus der Online-Singlebörse, der 39- jährige Frührentner Gernot, hat glücklicherweise kein Problem mit ihrer Oberweite. Ob die Krankenkasse ein Problem mit der Brust-OP hat, steht "bis Drehschluss noch nicht fest." Aber das ist jetzt auch irgendwie egal, Hauptsache, Anja ist nicht mehr allein. Klischee erfüllt, denn für die gemeine Frau ist es doch das allerwichtigste, einen Mann an ihrer Seite zu haben, oder?

Und bei mir ist auch alles gut: Die Pizza ist fertig, den Fernseher kann ich wieder ausschalten. Und morgen früh mach ich in Gedenken an Anja mal ein paar kalte Güsse über den Busen, harhar.

Liebe Grüße
eure Mocca



Samstag, 29. Oktober 2011

Komplimente. Oder: "Isse seeehr seeexy!"

Auch wenn wir Kurvenfrauen gelegentlich mit unserer großen Oberweite hadern – viele Mitmenschen sind restlos begeistert. Und da spreche ich jetzt nicht einmal von der Wirkung eines großen Busens auf Männer. Nein, auch von Frauen habe ich bisher viele sehr nette Komplimente gehört!

Bei der Erinnerung an ein spezielles Kompliment muss ich heute noch schmunzeln… Ich war als einzige Kundin in einer winzigen Boutique einkaufen, außer mir war nur die Verkäuferin anwesend – eine Asiatin von ungefähr 50 Jahren, charmant, grazil und mit einer superschlanken, knabenhaften Figur. Schon als ich durch die Regale stöberte, seufzte sie verträumt „So schöne Kurven, Sie habe sooo schöne Kurven!“ Ich nickte dankbar und verschämt…

Dann fand ich ein nettes T-Shirt-Kleid, ein eng anliegender Schlauch aus elastischem Baumwollstoff, gerade bis zu den Knien reichend, mit hübschen Puffärmeln. Fast so wie dieses. Ich probierte es an, und die Verkäuferin war hin und weg. „Seeeexy! Isse seeehr seeexy!“ stieß sie aus. Die mittlerweile ebenfalls in den Laden gekommene zweite Kundin schaute amüsiert auf, bestätigte aber sympathisch grinsend die Meinung der Verkäuferin.

Natürlich hab ich das Kleid gekauft! (Verkäuferin hin oder her - ein Kompliment ist ein Kompliment!) Beim ersten Tragen stellte sich allerdings heraus, dass es mit jedem Schritt sexier wurde. Denn es rutschte immer weiter nach oben, und ich musste es alle zwei Schritte wieder nach unten ziehen, um meinen Hintern nicht vollständig zu entblößen. Ich lief mit dem Kleid vielleicht 500 m zum Bäcker, und – das ist wirklich nicht gelogen! – auf der Strecke hupten mir zwei Autos hinterher und ein Passant pfiff anerkennend. Das war dann doch zu ‚seeeexy‘…

Aber: Über schmalen Jeans getragen ist das „sexy Kleid“ heute eines meiner Lieblingsstücke! Und manchmal schmachte ich beim Anziehen mein Spiegelbild an: „So schöne Kurven, Sie habe sooo schöne Kurven!“ :)

Was sind die schönsten/lustigsten/seltsamsten Komplimente, die euch mal gemacht wurden?

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Der Dinosaurier. Oder: Blusen mit Special Effects

Liebe wunderbar-weiblichen Frauen, ich habe gestern Tränen gelacht.

Ort: eine Umkleidekabine in einem Laden der Marke ‚Windsor‘.
Anlass:
eine Bluse, die an meinem Körper zur Dino-Drohgebärden-Bluse wird!

Kennt ihr noch den (vermeintlich niedlichen) Dilophosaurus aus Jurassic Park, der am Schluss den dicken Geek tötet? Laut Jurassic Park-Wiki (immer wieder unterhaltsam, mit was sich die Menschen beschäftigen) klappt der Dilophosaurus beim Angriff auf seine Beute an jeder Seite des Kopfes ein „mit farbiger Haut bespanntes Segel“ aus. Durch feinste Knochenbewegungen „wackelt dieses und erzeugt ein furchteinflößendes Geräusch, das dem Laut einer Klapperschlange ähnelt.“

Ich sage stolz: Ich kann das auch! Mit meinem Busen!

Der Beweis:




Beim Bewegen der Arme (und somit Straffen der Bluse) klappen die Biesen fächerartig auf!
Meine Freundin ist in der Kabine fast umgefallen vor Lachen, als ich ihr diesen tollen Effekt vorgeführt habe. Was für ein Eyecatcher! Stellt euch vor, ich sitze mit dieser Bluse in einem Meeting und präsentiere mit ausladenden Bewegungen oder stemme in der Diskussion die Arme in die Hüften. Die armen Männer auf der anderen Tischseite werden blitzartig abgelenkt und ihre Blicke auf meine Brust gelenkt, so viel ist sicher. Diesen Effekt kann man unmöglich ignorieren!

Andererseits, vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, gewissen Alphamännchen mal ‚unbewusste‘ Drohsignale zu schicken… ;-)

Unnötig, zu erwähnen: Ich habe die Bluse NICHT gekauft. No Biesen for my Busen :D
Oder wenn, dann nur aus festem Material und nicht-spannend, wie bei meiner Sommerliebe
Libertas. Ohne unerwünschte Special Effects...

LG von einer immer noch amüsierten

Ina Li

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Der Fleck. Oder: Mach´s Dir ruhig bequem!

So ein großer Busen wird bekanntlich auch im Sitzen nicht kleiner. Und kann in bestimmten Situationen ganz schön im Weg sein. Zum Beispiel beim Essen.


Kennt ihr den peinlichen Moment, wenn ihr bei einem Geschäftsessen oder in der Kantine an euch herunterschaut und seht, dass es sich eine ganze Armee aus Krümeln auf dem Busen bequem gemacht hat? Peinlich… Aber Krümel kann man wenigstens noch abschütteln!
Wenn sich aber der dicke Tropfen Tomatensoße von der Rigatoni löst und die Serviette im Schoß nicht findet, weil auf dem Weg nach unten der Busen im Weg ist und wenn sich's der Tropfen stattdessen ebenfalls auf dem Busen bequem macht, dann liegt das Übel (der Fleck – und irgendwie auch der Busen!) für den Rest des Tages für alle Mann und Frau deutlich sichtbar auf dem Präsentierteller.
PraktikantInnen kichern unsicher, kurvige Kolleginnen nicken mitfühlend, und männliche Vorgesetzte starren angestrengt an die Decke. Und der restliche Tag ist garantiert keiner, an dem ich meinen Busen mit stolz geschwellter Brust vor mir her trage…

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Das Dirndl. Oder: Pack die Möpse ein und geh...

Die 178. Wiesn ist vorbei, die letzten blau-weißen Schnipsel sind zusammengekehrt, wie immer gab es einen neuen Bierrekord (400.000 Liter mehr als im Vorjahr). Zeit für mich, mich mit DER Wiesntracht schlechthin zu befassen: dem Dirndl.

Man sollte meinen, dass ein Dirndl das optimale Kleidungsstück für schlanke Frauen mit viel Oberweite ist: schmal an der Taille, der Busen hat nach oben hin Platz, und mit "ordentlich Holz vor der Hüttn" schaut so a Dirndl bekanntlich eh am besten aus!

Und doch ist das Dirndl für uns Frauen mit RICHTIG RICHTIG Holz vor der Hüttn nicht ohne. Eine Dirndl-Bluse endet ja direkt unter dem Busen, sie ist bauchfrei. Das liegt wohl daran, dass die Leute früher ihre Dirndl aus allen verfügbaren Stoffresten zusammengenäht haben. Daher die vielen unterschiedlichen Stoffe und Muster an Oberteil, Rock, Schürze und Bluse. Und weil selbst Stoffreste früher rar waren, sparte man sich gleich den nicht sichtbaren, unteren Teil der Bluse. Eigentlich schlau.

Eine Dirndl-Bluse hat Vorteile: Vom Umfang her passt eigentlich jeder Busen rein, vor allem, wenn wie bei meinem Modell sowohl am Ausschnitt als auch unter dem Busen ein Gummiband eingenäht ist, der Stoff dazwischen also mit etwas Volumen gerafft ist. Die Blusenlänge aber, die so ein großer Busen braucht, ist nicht zu unterschätzen! Und da wären wir schon bei den Nachteilen...

Wenn ich meine Bluse trage und das Gummiband unterm Busen klemmt, produziert das einen geradezu obszönen Ausschnitt und obwohl so a Dirndl an sich einen guten Halt bietet, fühle ich mich angesichts des fleischfarbenen Ozeans aus Dekolleté, der sich bei einem Blick nach unten auftut, halbnackt. Klar, ein Dirndl ist nun mal weit ausgeschnitten, aber alles muss es ja trotzdem nicht offenbaren! Verkleinere ich den Ausschnitt einfach, indem ich die Bluse nach oben ziehe, springt das untere Gummiband mitten auf den Busen, kommt spätestens nach dem zweiten "Und i spring, spring, spring" (jaa, ich hab mitgemacht!) aus dem Dirndl heraus und entblößt den unteren Teil meines (ebenfalls fleischfarbenen) BHs. Und das, obwohl ich zu meinem Dirndl in Größe 36 schon eine Bluse in Größe L trage!

Heiderzack. Gibt's denn sogar beim Dirndl das mein-Busen-passt-nicht-in-meine-Klamotten-Problem? Ich hüpfe, zupfe, ziehe und, Geheimstrategie, stemme für jedes Foto meine große Maß vor den Ausschnitt, damit das Dilemma wenigstens nicht für alle Ewigkeit auf iPhone gebannt ist. Ich tu so, als ob ich die Lederhosenträger nicht bemerke, die an den Nachbartischen mit großen Augen unverhohlen mit dem Finger auf mich zeigen (verfluche dabei die enthemmende Wirkung des Biers), ignoriere die fasziniert-neidischen Blicke der anderen Frauen und summe, frei nach "Möhre", leise vor mich hin: "Du hast nie im Leben 75D, du bist flach wie der Bodensee, du hast nie im Leben 75D, pack die Möpse ein und geh..."

Das wäre ja jetzt eigentlich ein schönes Ende für mein Posting, ist aber natürlich nicht wirklich zielführend. Ich gehe ab und zu schon gerne aufs Oktoberfest, bin auch oft beruflich (also mit GeschäftspartnerInnen und/oder ArbeitskollegInnen) eingeladen und habe kein großes Interesse daran, dass meine Dekolleté-Fotos nach dem Wiesnbesuch in Gruppenmails die Runde machen... Was tun? Eine Dirndl-Bluse nähen lassen? Statt dem heute schon etwas verpönten "Spaß-Dirndl" lieber Historische Tracht tragen? Die scheint doch etwas 'züchtiger' :)

Liebe Leserinnen, (Wahl)Münchnerinnen, Kurvenfrauen - was habt ihr für Erfahrungen im Dirndl gemacht?